Der Initiator der Vereinsgründung und langjährige Vorsitzende des Selbsthilfe bei Depressionen e.V., Harald Diller, wurde im Rahmen eines Festaktes in den Räumen des Bezirks Unterfranken mit dem „weißen Engel“ ausgezeichnet. Der „Weiße Engel“ wird vom Freistaat Bayern an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheits-/ Pflege- oder Präventionsbereich ehrenamtlich engagiert oder vorbildliche häusliche Pflege geleistet haben.

Die Auszeichnung wurde 2011 eingeführt. Sie besteht aus einer Urkunde und einer Ehrennadel und wird jährlich an höchstens 70 Personen verliehen, was die Besonderheit dieser Auszeichnung unterstreicht.Ihre Laudatio leitete Judith Gerlach, bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, mit der traurigen Ursache der Vereinsgründung ein.Im Januar 1984 kam Anni Diller, die Mutter von Harald, unter dramatischen Umständen ums Leben. Psychisch gehandikapt fand sie seinerzeit nur unzureichend Hilfe. Seine Wut über den Tod der Mutter und die unzureichenden Hilfsangebote kanalisierte Diller in einem Projekt, das seinerzeit deutschlandweit einmalig war, die Gründung eines Selbsthilfevereins für seelisch beeinträchtigte Menschen. Damit war er Initiator einer Plattform, die es Betroffenen ermöglichte, sich auf Augenhöhe auszutauschen.
Da die Krankenkassen die Selbsthilfe seinerzeit noch nicht finanziell unterstützten, stand sein Projekt mehrmals vor dem Scheitern. Nur durch eine außergewöhnliche Energieleistung konnte er immer wieder Spender und Unterstützer finden.
Heute unterstützt der Verein 21 Gesprächsgruppen (davon zwei in Obernburg am Main), in denen Betroffene Gelegenheit haben, Gehör zu finden und gemeinsam den Weg aus der psychischen Erkrankung zu gehen.
Der Vorstand des Selbsthilfe bei Depressionen e.V. gratuliert Harald Diller ganz herzlich zu dieser großartigen Auszeichnung.
Manfred Fuchs