Wer kennt nicht das Raumschiff, das ausgesandt wurde um in den Tiefen des Weltraums neues Leben zu erforschen – oder die Filme über dunkle Bedrohungen aus dem Weltall, ob die Invasion durch Aliens oder die Gefahr eines gewaltigen Meteoriteneinschlags auf der Erde?
Für manche mag dies alles Träumerei und reine Fiktion sein. Tatsächlich steckt dahinter ein Funken Wahrheit, sonst gäbe es nicht im Europaviertel Darmstadts seit 1967 das Europäische Raumflugkontrollzentrum (ESOC = European Space Operations Centre). Es ist das primäre Operationszentrum der Europäischen Weltraumorganisation (ESA = European Space Agency).

Die Teilnehmer am Ausflug des Selbsthilfe bei Depressionen e.V. hatten im Rahmen einer fast zweistündigen Führung Gelegenheit, Aufgabengebiete und Notwendigkeit des Kontrollzentrums kennenzulernen. Nach einer kurzen Filmeinführung konnten unsere Vereinsmitglieder die Satellitenkontrollräume inklusive des Hauptkontrollraums besichtigen. Weitere Stationen waren unter anderem das Zwillingsmodell der Raumsonde Rosetta sowie weitere missionsspezifische Kontrollräume.
Das ESOC mit etwa 800 Mitarbeitern ist das Missionskontrollzentrum für die meisten Weltraumprojekte der ESA. Seine Bedeutung nahm in jüngster Zeit mit immer mehr europäischen Raumfahrtmissionen deutlich zu. Neben planetaren Missionen, Astronomie, Weltraumteleskopie, Erd- und Umweltbeobachtung sowie Navigation gehört auch das Zuarbeiten bei bemannter Raumfahrt zu den Aufgabengebieten.
Nun ist es an der Zeit, die Aufmerksamkeit des achtsamen Lesers auf die eingangs erwähnten „dunklen Bedrohungen“ aus dem Weltall zu lenken. Innerhalb der ESOC gibt es eine Abteilung „Weltraumsicherheit“ (Space Safety Centre). Seine Aufgabe ist die Erkennung, Abwehr oder Abmilderung der Gefahren aus dem Weltall.
Zugegebenermaßen geht es hier nicht unbedingt um die Verteidigung der Erde vor feindlich gesinnten Außerirdischen sondern vielmehr um mögliche Bedrohungen durch Weltraummüll und die Asteroidenabwehr. Weitere Aufgabengebiete sind Weltraumwetter und Cybersecurity.
Der Selbsthilfe bei Depressionen e.V. organisiert seit 42 Jahren Selbsthilfegruppen für Menschen im Großraum Aschaffenburg, die unter seelischen Beeinträchtigungen leiden. Derzeit haben Betroffene in 21 Gesprächsgruppen (davon zwei in Obernburg am Main) Gelegenheit, Gehör zu finden und gemeinsam den Weg aus der psychischen Erkrankung zu gehen.
Der Vorstand des Selbsthilfe bei Depressionen e.V. bedankt sich bei seinen ehrenamtlichen Helferinnen für die Organisation des Ausflugs.
Manfred Fuchs